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Seit einiger Zeit kursieren nun schon die Ideen zu einer grossangelegten Selbstanzeige-Aktion in der Kiffer-Scene um die Legalisierung von Cannabis in Deutschland voranzutreiben. Als die ersten Ideen in der News-Group de.soc.drogen kursierten, waren viele noch skeptisch - doch die ersten Erfolge stellen sich schon ein!

Über 1.800 Menschen haben sich schon gezeigt!

Die Aktion beruht auf der Überlegung wie viele
Cannabis Konsumenten es eigentlich in Deutschland gibt. "Da gibt es inzwischen die Schätzungen von zwei unabhängigen Sachverständigen, die in einem Verfahren, das vor der großen Strafkammer in Lübeck stattgefunden hat, von 5,4 bzw. 7,2 Millionen gelegentlichen oder regelmäßigen Cannabiskonsumenten ausgegangen sind..." meint Richter Werner Sack einer der Initiatoren der Aktion.

"Das sind wohlgemerkt aktuelle Cannabiskonsumenten, diejenigen die irgendwann mal gekifft haben und es derzeit nicht mehr tun gar nicht mit eingerechnet. Wenn man davon ausgeht, daß die Kurve der Cannabisgebraucher seit den 70er Jahren, als es das erste Cannabis bei uns gab, linear angestiegen ist, dann kommt man - grob geschätzt - auf etwa 15 Millionen Menschen, die alle mal gekifft haben."

"Eine gewaltige Zahl, 15 Millionen, das wären 20% der Bevölkerung.
Mitnichten eine Minderheit, wie es immer von offizieller Seite dargestellt wird."

Und diesen vielen Leuten, die da bisher gekifft haben, ist ja offensichtlich nicht viel passiert. Ausnahmen gibt es natürlich, aber das gibt’s ja auch bei allen möglichen anderen Sachen, daß jemand abnorm reagiert.

Der Gesetzgeber könnte jetzt zum Beispiel darüber nachdenken, ob man, wie es in Holland gemacht wird, den Cannabis-Konsum zur Ordnungswidrigkeit herunterstuft. Wenn man sich immer noch nicht so sicher ist, ob das wirklich so ungefährlich ist, könnte man das Ganze wenigstens aus dem Strafrecht herausnehmen. Das hätte große Vorteile, denn dann könnte jeder Polizeibeamte von seinem Ermessensspielraum Gebrauch machen ob er verfolgt oder nicht. Die bisherige Regelung zwingt den Polzeibeamten, die Sache, egal wie geringfügig sie auch ist, aufzunehmen und der Staatsanwaltschaft zuzuleiten, die dann bei konsumorientierten Delikten in der Regel einstellt.

Keine besonders gute Idee findet Richter Sack: "Ein Witz! Verursacht nur wahnsinnige Kosten und außerdem Unsicherheit für all diejenigen, die es betrifft." Politisch wird sich nichts bewegen, da ist sich Sack sicher.

"Es sei denn, die Leute melden sich massenhaft."

Damit nicht die ersten, die sich melden und sich selbst bezichtigen von der ganzen Wucht des Apparats, der sich dann in Bewegung setzt, getroffen werden, hat sich Richter Sack eine einfache, aber wirkungsvolle Strategie ausgedacht:

"Das könnte zum Beispiel so aussehen, daß in der einschlägigen Presse oder auch anderen Zeitungen, die einem solchen Ansinnen nahe sind, ein noch genauer zu erarbeitender Vordruck erscheint, in dem meinetwegen drin steht: Ich habe früher einmal Cannabis geraucht, oder ich rauche gelegentlich Cannabis oder ich rauche regelmäßig Cannabis. Das könnte ja alles so abgestuft drin stehen, damit man es nur ankreuzt, mit Namen, Geburtsdatum und Anschrift versieht und dann einem von der Scene zu verpflichtenden Notar oder Rechtsanwalt schickt."

Dieser sammelt dann die Erklärungen und wenn - sagen wir jetzt einfach mal - weniger als 10.000 zusammenkommen, werden diese vernichtet. Wenn aber 10.000 oder auch 20.000 zusammenkommen oder sogar noch mehr, dann guckt man mal, ob man nicht auch den Sportler X, den Politiker Y, den Pfarrer Z oder auch den Richter A oder B findet, der auch mitmacht."


Das vollständige Interview mit Richter Werner Sack.
Zu einer "Zeig-Dich" Seite des Bundeshanfschutzes.
Die Newsgroup "de.soc.drogen", in der öfters über die Aktion diskutiert wird.
Das Legalize Action-Center der Hanflobby.

Das "Zeig-Dich"-Formular als PDF-Datei zum downloaden und ausdrucken.
Das "Zeig-Dich"-Formular als TXT-Datei zum downloaden und ausdrucken.

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