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Und es geht los - die vegetative Phase

In diesem Falle wurden Samen der Sorte 'Power Plant' von Dutch Passion gewählt. Einerseits wegen des erhofften Sativa-Highs, andererseits wegen der Aussagen einiger Anbauer, dass sich diese Sorte im Wuchsverhalten eher wie eine Indica verhält. Ausserdem ist die Sorte angeblich nicht hybridisiert, das heisst, es sollte möglich sein, eigene, genetisch stabile Samen zu züchten. Später mehr dazu. Hoffen wir das Beste !

10 Samen wurden zunächst 24 Stunden in ca. 25° warmem Wasser plaziert und dann in Aussaaterde knapp 5 mm eingepflanzt. Als Behälter dienen in diesem Falle abgeschnittene und am Boden mit Luftlöchern (ganz wichtig!) versehene Pappbecher. Fast alles andere tut es eigentlich auch. Wichtig sind die Feuchtigkeit und die Temperaturen. Die Erde ist - wie man immer so schön hört - feucht, aber nicht nass. Der pH Wert beträgt hier knapp 7, oft wird 6-6,5 genannt, ist m.E. nicht soo entscheidend. Nicht unwichtig ist die Temperatur. Theoretisch geht es zwischen 15 und 30 Grad, optimal sind zwischen 23 + 25. Drunter ist nicht so gut, weil es dann länger dauert, bis der Sämling sein kleines 'Köpfchen' aus der Erde steckt (immer wieder ein toller Anblick!). Das wäre eigentlich nicht schlimm, man sollte aber bedenken, dass die Pflanze in diesem Stadium am empfindlichsten ist. Die Devise sollte imho lauten, so schnell wie möglich wachsen, um aus dem Gröbsten raus zu kommen, und das geht bei höheren Temperaturen erheblich schneller. Andererseits entwickeln sich bei höheren Temperaturen leider nicht nur unsere kleinen Lieblinge schneller, sondern auch ungewollte Gäste wie Pilze, welche Krankheiten auslösen können (etwa die 'Umfallkrankheit'). 23-25° sind meiner Erfahrung nach ein guter Kompromiss.

Bis zum magischen Moment, wo sich die Erde 'auftut', sollten die Töpfe in einem (beheizten) Gewächshaus stehen, die Haube sollte aber sofort nach dem Keimen entfernt werden, um Pilzkrankheiten zu vermeiden. Dies ist der Grund, warum diese Pappbecher benutzt wurden, jeder wird mit Frischhaltefolie bedeckt, die dann Topf für Topf entfernt werden kann. So hat jedes Pflänzchen immer sein eigenes perfektes Klima. Die Töpfe stehen im beheizbaren Unterteil eines kleinen Gewächshauses was für ausreichend Wärme sorgt.

Zwei Tage nach dem Spriessen:
9 haben es gut überlebt, ein 'Nachzügler' der deutlich schwächer wuchs als die Anderen wurde entfernt.


    [1] Pappbecher
    [2] beheizbares Unterteil eines kleinen Gewächshauses

So sollte es nicht aussehen (zu lange Stiele wegen zu wenig Licht), die Pflanzen "spargeln":


    [1] Sehr lange dünne Stiele, die Pflanzen kippen oder knicken
    [2] Pfeifenputzer stützen die Pflanzen ohne sie zu verletzen

Gerade auf sehr beschränktem Platz (hier 0,5 m2) sollte stark selektiert werden, um nur wirklich kräftige, erfolgversprechende Pflanzen blühen zu lassen. In dieser Zeit ist es sehr wichtig, dass die Pflänzchen genügend vom richtigen Licht bekommen. Sind sie zu weit vom Licht weg, fangen sie an zu spargeln, werden dünn und schwächlich und müssen abgestützt werden

Am besten eignen sich Leuchtstoffröhren, die können ganz dicht an die Pflanzen ohne sie zu verbrennen. Es schadet nicht, sie zumindest die ersten 7-10 Tage unter diesem Licht zu belassen. Dies sorgt (wie auf den folgenden Bildern zu sehen) für einen kompakten Wuchs mit kurzen Internodien.

Es wurde zunächst nicht gedüngt, dem Giesswasser wurden wurzelstimulierende Mittel (Canna Rizotonic + B´cuzz Wurzelstimulanz) zugesetzt. Jetzt ist die Zeit für den wohl beliebtesten aller Fehler: zu sehr bewässern. Nix gut ! Die Erde kann ruhig ein wenig antrocknen (nur auf der Oberfläche natürlich) bevor wieder gegossen wird. Das regt die Wurzelbildung an. Ist die Erde dauerhaft feucht, entwickeln sich die Wurzeln nur langsam, einerseits durch den Mangel an Sauerstoff, andererseits muss die Pflanze nicht nach Wasser 'suchen'. Der im Schrank hängende Schwenkventilator trägt seinen Teil dazu bei, dass die Pflanzen kräftige Stämme bekommen.

10 Tage nach dem Spriessen:
Scheint Ihnen ganz gut zu gehen, sie halten sich alle aus eigener Kraft und legen ordentlich Blätter zu.


    [1] Die Pappbecher, hier sieht man auch gut die Schlitze fuer das ablaufende Wasser.
    [2] Ein Rost auf dem die Pflanzen stehen um näher am Licht zu sein.


    [1] Die ersten Deckblätter.
    [2] Das erste "wirkliche" Blattpaar (3 Blätter) 

Nun werden die Pflänzchen das erste Mal umgetopft, diesmal in nährstoffreichere Erde. Nach diversen Experimenten, die eigene Erde anzumischen, benutze ich seit einigen Jahren nur noch die fertige Erde aus dem Growshop, da ist wirklich alles drin, was die Pflanze braucht, sie ist ausreichend gelagert und gereift (sehr wichtig um ein guten 'Klima' aufzubauen) und es ist erheblich weniger Arbeit. Gerade wenn sich alles in einer 'normalen' Wohnung vollzieht weiss man zu schätzen, dass es damit erheblich weniger Sauerei gibt.

11 Tage nach dem Spriessen:
Eine weitere Pflanze verabschiedet sich auf Nimmerwiedersehen. Hier war eine Anomalie bei den Blättern zu beobachten, statt fünf 'Fingern' waren es auf einmal nur noch vier, der 'Grussfinger' fehlte. Muss zwar nicht unbedingt was heissen, aber es sollen letztendlich nur zwei gesunde Damen ihren Lebenszyklus zuende bringen.

15 Tage nach dem Spriessen:
Die Pflanzen erleben nun den ersten Tag unter der 400 Watt Lampe. Sie haben sich wirklich prachtvoll gemacht finde ich. Schön kurze Internodien, die Bewurzelung hat wunderbar geklappt (nicht zuletzt wohl dank der bereits erwähnten Mittelchen). Ganz allgemein sehen die Pflanzen recht einheitlich aus, was erstmal für die Qualität des Saatgutes spricht.


    [1] Die Teku-Töpfe mit super drainage-verhalten.
    [2] Ein Untersetzer als Überlaufschutz.
    [3] Die in Teil 1 besprochene Armatur.


    [1] Das erste 5 Blättrigen Blätter.
    [2] Das erste 7 Blättrige Blattpaar.

Ab jetzt sollte ein kräftiger Wachstumsschub einsetzen, da alle Bedingungen sich so ziemlich im Optimum befinden. Sehr viel Licht (immerhin fast 100,000 Lumen pro m2), ausreichend CO2, erste Düngergaben (hier Canna Terra Vega B´cuzz Booster) sollten dafür sorgen, dass es jetzt richtig los geht.

Die Spitzen sind ca. 50 cm von der Lampe weg, damit die Pflanzen weiter schön kurz und kompakt wachsen. In etwa einer Woche bekommen sie dann einen grösseren Abstand zur Lampe, was vermutlich für ein etwas deutlicheres Längenwachstum sorgen wird. Nochmals eine Woche später ist geplant, die Pflanzen per 12/12 Stunden Beleuchtung zum Blühen zu springen. Pflanzen aus Samen sollten mindestens 1 Monat alt sein, bevor man sie blühen lässt. Ursprünglich war das hier früher geplant, da es sich hier um Sativas handeln soll. Allerdings zeigen die Pflanzen ein so ausgeprägtes Indica Wuchsverhalten, dass hier einfach mal riskiert wird, dass die Pflanzen während der Blüte zu gross werden. Mit Herunterbinden gibt es eigentlich keine zu grossen Pflanzen. Dazu später mehr.

21 Tage nach dem Spriessen:
Vor einigen Tagen (Tag 16) wurden die Pflanzen in größere Töpfe (10x10x13) umgetopft und sind - nicht zuletzt des B´cuzz Wurzelstimulators - fantastisch angewachsen. Die Pflanzen wachsen schön und stetig und sind einiges größer geworden


    [1] Die wirklich Starke Bewurzellung dank der B´cuzz Wurzelstimulans.
    [2] Hier kann man die Perlite erkennen die der Qualitätserde beigemischt
    sind und für Lüftung und guten Wasserhaushalt sorgen.

2 Pflanzen, die einen nicht so schönen Wuchs zeigten, wurden entfernt. Da letztendlich nur 2, höchstens 3 Pflanzen in diesem Schrank blühen können, ohne sich gegenseitig zu behindern, ist dies kein Verlust.

Einer der größten Fehler, die mensch imho begehen kann, besteht darin, zu versuchen, so viele Pflanzen wie möglich blühen zu lassen. Das führt oft dazu, dass sich die besseren Pflanzen nicht voll entfalten können und an den weniger guten dann effektiv kaum was dran ist. Soviel Selektion wie möglich ist imho eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche und umfangreiche Ernte.

Tag 28: Die Beleuchtung wurde auf 12/12 Stunden umgestellt und damit die Blüte eingeleitet.
 

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